Freitag, 14. Juli 2017

Sonntagsspaziergang zwischen Wildblumen

FrodoFrodo schließt Bekanntschaft
WildblumenWildblumen

Ich wohne so gern am Rande von Berlin. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind wir schnell in der Innenstadt. Und direkt vor unserer Tür wartet die Natur. Der Mauerradweg auf der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg ist in eine grüne Umgebung eingebettet. Teilweise handelt es sich um gesicherte Ersatzgrünflächen, die als Ausgleich für den Flughafen und die Autobahn geschaffen wurden. Wir haben das Glück, dass wir im Süden von Neukölln an genau solch einer grünen Oase wohnen. Das freut besonders unseren Frodo, denn der Park ist sein Gassiparadies und das rund ums ganze Jahr. Jetzt im Juli ist es besonders herrlich, denn die Blüten zahlreicher Wildblumen erfreuen Auge und Herz. Am letzten Sonntag waren wir einmal nicht im Garten und nutzten das Intermezzo zwischen den regnerischen Tagen, indem wir einen langen Spaziergang unternahmen. Während Frodo fröhlich die Feldwege entlang sprintete und neue Freundschaften schloss, schwelgten wir im Meer aus einheimischen Wildkräutern: Kamille, Mohn, Echtes Labkraut, Karthäusernelken, Disteln, weiße und gelbe Schafgarbe, Mohn, Bibernelle, Baldrian, Flockenblumen und viele Blüten, die wir gar nicht zuordnen konnten, säumten unseren Weg.

Dienstag, 11. Juli 2017

Bauerngarten: kleine Stilkunde


Jetzt habe ich Dich gleich mit der Überschrift gefoppt. Der Bauerngarten, der mittlerweile in aller Munde ist, ist nämlich gar keine historische Gartenform. Und doch ist er groß im Kommen. Wahrscheinlich, weil wir Städter uns bei allen Vorzügen des Urbanen eben doch manchmal nach ländlicher Ruhe und Idylle sehnen. Ein Bauerngarten ist ursprünglich ein Garten, der von Bauern angelegt wurde und das sagt uns schon fast alles darüber, was hier angepflanzt wird: eine Mischung aus Nutzpflanzen und Zierpflanzen. Das trifft heutzutage auf die meisten Schrebergärten und ebenso auf viele Hausgärten in der Stadt zu. Obwohl der Bauerngarten wohl nicht als kunstvoller Gartenstil Eingang in die Gartenliteratur findet, weckt allein das Wort in uns schon ein wohlig-warmes Gefühl. Bauerngarten - das klingt nach Omas warmem Apfelkuchen und sonnigen Nachmittagen zwischen Blumen und Gemüsebeeten. 

Sonntag, 9. Juli 2017

Zwerge versteckt im Unterholz

Versteckter GartenzwergVersteckter Gartenzwerg

Meine Einstellung zum Thema Gartenzwerg ist bestenfalls als kritisch zu bezeichnen. Er mag als Symbol für deutsche Kleingartenkultur stehen, doch ist es nicht gerade dieses Symbol, das Du mit Spießigkeit, Kitsch und Rückzug ins Private verbindest? Ich schrieb schon in einem früheren Artikel, dass wir von unseren Vorpächtern eine Gartenzwerg-Bataillon übernommen haben. Bei mir wurden sie stante pede vom offensiven Mittelfeld auf die Ersatzbank strafversetzt (meine erste und letzte Fußball-Metapher, versprochen). Die Ersatzbank, das ist ein kleiner Vorsprung in einem schmalen Durchgang, wo sie geduldig ihr Schicksal abwarten. Dass wir die Zwerge überhaupt vorläufig behalten haben anstatt sie gleich achtkant rauszuschmeißen, verdanken die kleinen Bergarbeiter nur einer leidenschaftlichen Fürsprecherin, die mir bei ihrem ersten Besuch in unserem Garten das Versprechen abrang, es wenigstens einmal mit ihnen zu versuchen. Ich war nun kurz davor, die teilweise sehr bunten Plastikzwerge endlich zu entsorgen, als ich auf einen Artikel des leider eingestellten Familiengartenblogs stieß. Dort gibt es einen geheimen Zwergenpfad hinter dem Haus. Die Idee, dass die Zwerge wie in einem Märchenwald einen geheimen, nicht einsichtigen Pfad bevölkern, finde ich sehr niedlich, das muss ich sagen. Besonders, weil ich mich durch meinen Neffen in letzter Zeit stärker mit dem Thema Kinder im Garten beschäftige. Zwei dezentere Exemplare, aus Keramik statt Kunststoff und in verblassten Farben statt knallbunt, haben nun eine neue Wohnstatt gefunden. In einer schattigeren Ecke linsen sie aus japanischer Herbstanemone, Farn und Bergenien heraus. Sie werden nur von jenen entdeckt, die offenen Auges und Geistes durch den verwunschenen Garten spazieren und ganz genau hingucken. Doch Vorsicht! Auf den zweiten Blick sind sie vielleicht schon wieder verschwunden und verstecken sich!


Montag, 3. Juli 2017

Balkongärtnern

Balkon Schwarzäugige SusanneSchattenstauden Balkon

Ich muss jetzt mal ein bisschen stöhnen: Was wir für eine Woche! Sintflutartige Regenfälle mit Überschwemmungen in Berlin (wir hatten zum Glück immerhin mangels Keller keine Probleme mit den Wassermassen). Dann hat sich Frodo Mitte der Woche irgendwo Flöhe eingefangen. Wir - weil Frauchen gleich in den Panikmodus schaltete - den Hund sofort mit Flohshampoo gebadet und mitten in der Nacht noch zur Notapotheke durch halb Neukölln gefahren, um ein Spot-On zur Behandlung zu holen. Alle Decken, Bettchen und so weiter habe ich heiß gewaschen und nun heißt es jeden Tag Staubsaugen, bis die Angelegenheit ausgestanden ist. Heute Morgen sollte Frodo dann auch noch in die Tierklinik zur Zahnstein-OP, aber als ich um 8:15 Uhr mit dem Auto wegen akuter Idiotie vor mir auf der Straße eine Vollbremsung hinlegen musste, fuhr mir jemand hinten auf. Tag gelaufen, Tierarzttermin abgesagt. Da die Polizei dann aber glücklicher Weise recht rasch kam, hatte ich unverhofft einige freie Stunden zur Verfügung, die ich - jetzt kommt die erfreuliche Wendung - in der Gärtnerei verbracht habe. 

Unser kleiner Balkongarten


Während des vielen Regens, als wir nicht in den Garten konnten, habe ich Lust bekommen, unsere Balkonbepflanzung etwas aufzustocken.

Freitag, 30. Juni 2017

IGA 2017 in Berlin: Highlights Ende Juni


Wie nach meinem ersten Besuch auf der Internationalen Garten Ausstellung (IGA) in Berlin angekündigt, ist es nicht bei der Besichtigung im Frühling geblieben. Gespannt, was die Veranstaltung im Sommer zu bieten haben würde, haben wir Marzahn-Hellersdorf in der letzten Woche nochmals unsicher gemacht. Während die Welt draußen gerade wortwörtlich in Regenmassen untergeht, erinnere ich mich an den Besuch und sichte die Fotos.

IGA im Berliner Sommer: meine Tipps für Dich


Donnerstag, 22. Juni 2017

Feengarten mit Haus für die Elfen


Liebes kleines oder großes Kind. Glaubst Du an Feen, Elfen und Kobolde? Nein? Und was denkst Du, wer immer Deine Schlüssel an einen anderen Ort legt als den, wo Du sie hingelegt hast? Wer hat wohl heimlich die Tasse zerschlagen, deren Bruchstücke plötzlich auf dem Boden lagen? Und wer klappt immer und immer wieder den Toilettendeckel hoch, obwohl Du ihn doch ganz sicher zugemacht hast? Ich verrate Dir ein Geheimnis. Komm dazu lieber etwas näher, dann flüstere ich es Dir ins Ohr: Feen gibt es wirklich. Nur des Nachts kommen sie heraus, wenn kein Mensch sie sehen kann. Natürlich ist dadurch fälschlicher Weise die Information in die Welt gelangt, es gebe sie überhaupt nicht. Auf Maikäfern reiten sie durch die Lüfte und auf den Blättern von Seerosen drehen sie Pirouetten. 

Mit Feen stellt man sich lieber gut. Dann erweisen sie Dir kleine Gefälligkeiten anstatt Dir Streiche zu spielen. Sie haben nämlich so allerlei Flausen im Kopf und treiben allzu gerne Schabernack. Baust Du ihnen aber einen Haus und gibst ihnen einen Garten, in dem sie sich austoben können, dann stehen sie Dir stets treu als gute Geister zur Seite. 

Einen Feengarten bauen: So geht es 


Sonntag, 18. Juni 2017

Berliner Landpomeranze zu Besuch im Berlingarten

Berlingarten: RosenbogenBerlingarten: Gemüsebeete

Wenn man Xenias Garten betritt, sieht man sofort, dass hier ein Fan der englischen Cottage-Garten-Kultur sein Kleinod gestaltet hat. Durch prachtvoll blühende Rosenbögen und zwischen üppigen Staudenbeeten windet sich der Weg zu Xenias niedlicher Holzlaube. Alles darf hier – typisch für Cottage-Gärten – ein wenig wild durcheinander wachsen. Die Pflanzen stehen dicht an dicht, dazwischen leuchten kleine rote Walderdbeeren hier und da. Xenia bereitet mir einen zauberhaften Empfang mit Erdbeertörtchen und Melissentee. Chefin der Kommunikationsabteilung eines mittelständischen Unternehmens, Mutter einer Tochter im Teenageralter, erfolgreiche Bloggerin und passionierte Gärtnerin – die sympathische Powerfrau sieht aber eigentlich völlig entspannt und ausgeruht aus, als ich sie an einem sonnigen Junisamstag in der Kleingartenkolonie Oeynhausen besuche. Ihr Blog Berlingarten. Glück auf Grün hat gerade den Garden & Home Blog Award für das beste Garten-Blog gewonnen. Xenia erzählt mir, dass sie sich zurzeit vor Kooperationsanfragen kaum retten kann. Neben ihrer 50-Stunden-Arbeitswoche bräuchte sie eigentlich eine Sekretärin, um alle Anfragen sichten zu können. "Schließlich will ich nur aufnehmen, was ich selbst richtig gut finde und als relevant für meine Leser beurteile", sagt Xenia.

Berlingarten: Xenias kleines Paradies